Orthopädische Operationen bei CMT

Trend zu früheren, gelenkserhaltenden Operationen

Dr. Tanja Kraus, Dr. Martin Svehlik vom LKH Graz Abt. für Kinderorthopädie berichteten bei der Herbsttagung 2017 über die Möglichkeiten.

Bei einer flexiblen Deformation des Fußes ist das Ziel die Rebalancierung.

Bei einer schweren Deformation, wenn schon Gelenke zerstört sind, wird es eine Versteifungsoperation. Wobei Versteifung sich schlimmer anhört, als es ist: Tatsächlich wird nur das untere Sprunggelenk versteift, was sich beim Gehen durch orthopädische Schuhe ausgleichen lässt.

Die beiden Orthopäden betonten wie wichtig es ist, nach der Operation in Bewegung/Physiotherapie zu bleiben. Sie entscheidet darüber, wie lange der Erfolg der Operation - ein „normaler“ Fuß mit „normaler“ Auflage - anhält. 

Neuroorthopädie

Die Begleitung und Behandlung von CMT befindet sich medizinisch an einer Schnittstelle zwischen Neurologie und Orthopädie. Viele Betroffene sind bei VertreterInnen beider Disziplinen in Behandlung.

Als spezielles Fachgebiet kann in Einzelfällen die Neuroorthopädie herangezogen werden. In der operativen Behandlung muss zwischen Vorbeugung und Reparatur schmerzhafter und/oder eingesteifter Fehlstellungen unterschieden werden.

Bei frühem Eingreifen, im Sinne einer Vorbeugung, kann durch Muskel- und Sehnenverlängerungen eine neue Balance der Muskeln am Unterschenkel und Fuß hergestellt werden. Dadurch kann das Entstehen eines Rückfuß-Varus, eines Ballenhohlfußes oder die Entwicklung von Krallenzehen vermieden werden. Vor allem aber lässt sich das Risiko früher Gelenksabnutzungen deutlich vermindern. Eingesteifte Fehlstellungen sind nur durch Eingriffe an den Knochen und Gelenken zusätzlich zu den balancierenden Versetzungen von Muskeln und Sehnen erfolgreich zu verbessern. Es muss dabei ein gut beweglicher, schmerzfreier Fuß hergestellt werden, der gut auf dem Boden aufgesetzt werden kann. Die dazu erforderlichen operativen Verfahren sind relativ einfach, die Auswahl der notwendigen Techniken muss jedoch immer individuell erfolgen und erfordert einige orthopädische Erfahrung auf dem Gebiet der Neuroorthopädie. Unmittelbar nach operativen Eingriffen erfolgt eine Gips-Ruhigstellung für die Dauer von sechs bis zwölf Wochen. Anschließend werden orthopädische Schuhe angemessen oder eine Einlagenversorgung vorgenommen.